LL Nordost: SC 04 Schwabach - FCC 2:2 (1:1)

Punktgewinn in Schwabach

„Dieser Sport kann so grausam sein!“ Der Seufzer von FCC-Coach Lars Scheler galt dem ebenso späten wie unglücklichen Ausgleich des SC Schwabach, nicht etwa der Leistung seiner Vestekicker. Denn die hatten in den 96 vorhergehenden Minuten bei dem Landesliga-Spitzenteam SC Schwabach einen großartigen Fight geliefert und bis in Minute 903 absolut verdient mit 2:1 geführt. Ein zweifelhafter Weiß-Freistoß, unhaltbar abgefälscht von der Coburger Mauer, bescherte den Gastgebern den Ausgleich und brachte den FC Coburg um den vollen Lohn für eine geschlossene Mannschaftsleistung.

Vor der Begegnung waren die Rollen an sich klar verteilt: Der Tabellenvierte Schwabach, vor der Partie noch mit geringen Aufstiegschancen, ging als eindeutiger Favorit in das Match. Doch die Partie war von der ersten Minute an offen, weil Coburg mit Herz und Tempo nach vorne spielte. Den ersten Wirkungstreffer setzte aber die Heimelf: Coburgs Deckung konnte den Ball nicht klären, und SC-Torjäger Daniel Orel fand die Lücke zu seinem 25. Saisontreffer und dem 1:0 (9.). Kurz darauf hätte Florian Danner erhöhen können, aber FCC-Verteidiger Leonhard Scheler klärte in letzter Sekunde. Dann aber waren die Vestekicker an der Reihe: Mittelstürmer Tevin Mc Cullough eroberte das Leder von der unsicheren Schwabacher Innenverteidigung und legte quer auf Adrian Guhling, der ohne Mühe zum Ausgleich traf (18.). Guhling war es auch, der erst Elfmeter-verdächtig gefoult wurde, ohne dass der Referee auf Strafstoß erkannte (42.), und sich kurz darauf nach eigener Balleroberung frei vor dem SC-Keeper gegen einen Querpass auf Ricardo König und für das Dribbling entschied, aber am SC-Keeper hängen blieb. Mit dem Pausenpfiff fast die erneute Heimführung, aber Florian Nüsslein verzog völlig frei vor Olex Churilov. 

In Durchgang zwei verstand der FCC es, die offensivstarken Schwabacher tief stehend völlig zu neutralisieren und selbst immer wieder gefährlich zu kontern. Scheler, König und Sertan Sener verpassten das 2:1 noch haarscharf. Dann aber dribbelte Sener unwiderstehlich durch das Mittelfeld und drosch die Kugel aus 25 Metern mit links in die Maschen (58.). Guhling mit einem Solo hätte drei Minuten später sogar erhöhen können. Schwabach hingegen blieb ungefährlich, weil die Vestekicker konzentriert und fehlerfrei verteidigten. Allerdings versäumten sie es mehrfach, aussichtsreiche Kontersituationen zu Ende zu spielen. So blieb es bei der berechtigten FCC-Führung – bis in dritte Minute der Nachspielzeit und Weiß´ Freistoß.

Schwabachs Trainer Jochen Strobel zollte den Gästen Respekt: „Coburg hat mit fairer Spielweise alles reingeschmissen und war in Halbzeit zwei klar besser. In Durchgang eins hätten wir das Spiel für uns entscheiden können, weshalb ich den Punkt als nicht unverdient ansehe.“ Sein Gegenüber Scheler war nach der Partie einerseits sichtlich angefasst, andererseits aber auch stolz auf seine Elf: „Der Teamspirit, mit dem meine Jungs auftreten, ist einfach Wahnsinn. Jeder arbeitet für den anderen, und Schwabach hätte heute ohne diesen Freistoßpfiff niemals den Ausgleich geschossen. Wir hätten den Dreier ganz klar verdient gehabt!“ Immerhin ein weiterer Punkt für den FCC auf dem Weg zum Klassenerhalt und jede Menge Gründe, mit viel Selbstvertrauen in die letzten drei Saisonspiele zu gehen. 

Aufstellung SC 04 Schwabach:

Gebelein, Wälzlein, Mohrbach (46. Zillmann), Danner, Orel, Nisslein, Görlitz, Raumer (46. Weiß), Söder, Oktay, Rohracker (82. Duraku)

Aufstellung FC Coburg:

Churilov, Kimmel, Schmidt, Mc Cullough (82. Sam), Knie, S. Sener, Teuchert, Scheler, G. Sener, Guhling (90.+4 Riedelbauch), König (86. Schiebel) 

Tore: 1:0 Orel (9.), 1:1 Guhling (18.), 1:2 S. Sener (58.), 2:2 Weiß (90.+3)

Schiedsrichter: Gutbrod (Assistenten: Rehm, Parzefall) 

Zuschauer: 150